taz-Journal: Die Macht der Erinnerung Atlas der Globalisierung tazpresso

  Archiv

  Recherchedienst

  Impressum

  Abo

  Anzeigen

  tazshop

taz-Genossenschaft

  über uns

Kontakt

die tageszeitung

21.9.2005 die tageszeitung

startseite Regionalausgaben magazin LeMondediplomatique tomtunnel
inhalt
taz überregional

Seite 1
Themen des Tages
Inland
Wirtschaft und Umwelt
Ausland
Meinung und Diskussion
Bildung
Kultur
tazzwei
Leibesübungen
Flimmern und Rauschen
Die Wahrheit
Tom Touché
Karikatur

taz Berlin

Berlin Aktuell
Berlin
tazplan-Programm
tazplan-Kultur

taz Bremen

Bremen Aktuell

taz Hamburg

Hamburg Aktuell

taz Nord

Nord Aktuell
Hintergrund

taz NRW

NRW aktuell
Hintergrund
Kultur

Meinung und Diskussion

Voriger

Nächster

LeserInnenbrief

IRAK: DAS BRITISCHE MILITÄR ZERSTÖRT DEN VERTRAUENSPROZESS

Die Besatzer zeigen ihre Macht

Die gefährliche Entwicklung zwischen Polizeikräften und Militär im Süden Iraks signalisiert zwei neue Konflikte. Erstens spielt sich diese Auseinandersetzung im bis vor kurzem vergleichsweise ruhigen Gebiet der Schiiten ab. Hier galten die britischen Soldaten seit dem Beginn der Invasion als Bürger in Uniform, die aktive Deeskalation betrieben. Dieses Verhältnis ist nun zerstört. Zweitens ist es nicht mehr ein Konflikt zwischen den so genannten Aufständischen beziehungsweise terroristischen Gruppierungen und der Besatzungsmacht, sondern zwischen irakischen Polizisten und dem ausländischen Militär.

Viele Iraker halten ihre Beschäftigung bei der Polizei geheim, weil sie Angst haben, als Kollaborateure gebrandmarkt zu werden. Hunderte haben ihr Leben bei Anschlägen vor den Rekrutierungsbüros der Sicherheitskräfte verloren. Trotzdem ist das Verhältnis zwischen der rudimentären irakischen Polizei und den Besatzungsarmeen von Misstrauen geprägt. Allzu häufig schüren die britischen und US-amerikanischen Vorgesetzten vor ihren Soldaten die Dolchstoßlegende, im Zweifelsfall würde die irakische Polizei ihnen in den Rücken fallen. Die Ausschreitungen zwischen Polizei und Militär verwundern daher kaum. Sie sind vielmehr strukturell angelegt. Dass der britische Kommandeur in Basra, John Lorimer, erklärt, er würde wieder so handeln, unterstreicht das Problem.

Der Irak braucht eine klare politische Strategie, um einen Rechtsstaat aufzubauen. Dazu gehört auch die Respektierung der Exekutive, das heißt der Polizei sowie der Strafverfolgungsbehörden. Das Informationschaos auf britischer Seite macht nicht den Eindruck, als wäre hier der Rechtsweg eingehalten worden. Selbst der Verweis auf den Kampf mit ungleichen Mitteln rechtfertigt nicht, rechtsstaatliche Regeln außer Kraft zu setzen. Im Gegenteil, nur ihre konsequente Anwendung birgt eine Chance, dass sich die Lage im Irak beruhigt und eine tragfähige Kooperation zwischen Besatzern und Besetzten entsteht. SONJA HEGASY

Die Autorin ist Mitglied der Institutsleitung des Leibniz-Zentrums Moderner Orient, Berlin

taz Nr. 7774 vom 21.9.2005, Seite 11, 46 Zeilen (Kommentar), SONJA HEGASY

taz muss sein: Was ist Ihnen die Internetausgabe der taz wert?

Druckversion

Seitenanfang

© Contrapress media GmbH
Vervielfältigung nur mit Genehmigung des taz-Verlags

Anzeigen
ABC der Globalisierung

Meinung und Diskussion

Voriger

Nächster

LeserInnenbrief



ABC der Globalisierung
hrsg. v. wissenschaftl. Beirat von attac, 224 S., 10 EUR, im tazshop

Buchvorstellung und Diskussion am 27.9. in Berlin-Mitte

Der Leuchtglobus und weitere schöne Prämien

Macht euch bereit!
Kurzabo plus 6 Anstecker

6 Monate taz lesen, 5 bezahlen und gratis dazu den Kühlrucksack.

Monatlich: taz-Newsletter

tazrad 2005
Ein Fahrrad, das klassisches und edles Design mit modernster Technik verbindet.

tazpresso, köstlicher Espresso, fair gehandelt

Lesen Sie die taz 10 Wochen lang für 60 Euro. Unser Dankeschön für Sie:


Das Sommer-Survival-Buch

Das Sommer-Survival-Buch
von Bernhard Pötter, die RussenSoul-CD und weitere attraktive Prämien

Keine taz am Kiosk?
Bitte melden!

taz Entwicklungs KG
Kauft die taz!

Bestellen Sie 5 Wochen taz plus den "Atlas der Globalisierung" für nur 22,50 Euro