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Austausch und Zurückhaltung: Regionenbildung in der Sahara

Dr. Judith Scheele

Als die archetypische Wüste wird die Sahara häufig als leerer Raum oder natürliches Grenzland beschrieben; einer der vielen Flüche unter denen Afrika leidet, und der den Kontinent durch die Behinderung interner Kontakten von der Weltgeschichte abgeschnitten hat – so wird es zumindest oft dargestellt. Forschungen konzentrieren sich meistens auf das Afrika nördlich oder südlich der Sahara, während Nordafrika vor allem als Teil des Nahen Ostens betrachtet wird. Arbeiten über die Sahara selbst handeln oft von Bewegungen und Beziehungen durch die Sahara, wie z.B. trans-saharischer Handel, Migration oder die ‚Ausbreitung des Islams’ von Norden nach Süden. Dies klammert die Sahara selbst aus und definiert sie negativ als einen Raum, den man überwinden muss. Austausch und Handel findet allerdings größtenteils innerhalb der Sahara statt; er ist entscheidend für alles Leben in der Region. Aktuelle Ereignisse, die in den letzten Jahren das plötzliche internationale Interesse an der Sahara geweckt haben – am bekanntesten sind die Rebellion und der Krieg im Norden Malis – können nur verstanden werden, wenn diese inneren Verbindungen berücksichtigt werden. Mein Projekt zielt darauf, diese auf der Basis internationaler regionaler Studien, wissenschaftlicher Literatur und Archivmaterialien aus und über die Sahara sowie eigener Feldforschungen in Algerien, Mali und Tschad herauszuarbeiten.