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Blockfrei und Unabhängig? Südasiatische Jugend- und Studierendengruppierungen im Kalten Krieg

Dr. Franziska Roy

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit Jugend- und Studierendengruppierungen in Indien und Pakistan in diesem Kontext einiger Widersprüche und Dissonanzen des Kalten Krieges. Während Indien mit China um eine Führungsposition in der ‘Dritten Welt’ und seiner anti-kolonialen Freiheitsbestrebungen konkurrierte, war Pakistan zunächst ein enger Verbündeter der Vereinigten Staaten.
Die Aktivitäten südasiatischer Jugendorganisationen spiegeln die Herausforderungen wider, denen sich beide Staaten gegenüber sahen: auf der einen Seite das komplizierte Geflecht von Kräften zu navigieren, das aus der Konkurrenz der beiden Blockstaaten um die Loyalität der Dritten Welt erwuchs; auf der anderen Seite die Probleme von nation-building, Entwicklungspolitik, die Beziehung zwischen Staat und Bürgerschaft und interne oder regionale politische Auseinandersetzungen. Da ein Großteil der Archive noch immer unter Verschluss steht, stellt der Fokus auf die Kulturpolitik eine der wenigen möglichen Herangehensweisen für die Forschung dar.  
Das Projekt beschäftigt sich daher vor allem mit den Aktivitäten solcher Jugendgruppen, die auch Teil internationaler Organisationen waren, wie z. B. dem Weltbund der demokratischen Jugend, dem Weltstudentenbund, oder der World Assembly of Youth, die (teils unwissentlich) als Frontorganisationen des Westens oder der Sowjetunion tätig waren.