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Jawah-Frauen zwischen Südostasien und Mekka: Wissensnetzwerke im 19. und 20. Jahrhundert

Tika Ramadhini

Viele muslimische Frauen aus Südostasien, vor allem aus Niederländisch-Indien und Britisch-Malaya, traten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert die hajj nach Mekka an. In den kolonialen Quellen wurden sie als Jawah-Frauen bezeichnet, ein Begriff, der sich nicht nur auf Java, sondern auch auf andere Orte des Malaiischen Archipels bezieht. Nach der Pilgerfahrt blieben viele Jawah-Frauen in Mekka, unter anderem zu Bildungszwecken. Es gab damals Möglichkeiten zur privaten Bildung für Frauen, was ihrem Bedürfnis nach mehr religiösem Wissen entsprach. Zu diesen  Frauen gehörten Nur Chadijah die von 1915-1917 in Mekka war und Khoiriyah, die von 1938-1957 in Mekka lebte. Nach ihrer Rückkehr nach Java organisierten beide spezielle Schulklassen  für Frauen in muslimischen Internatsschulen in Java,den sog. Pesantren. In den 1930er und 1940er Jahren wurden weitere Frauenklassen in Pesantren auf Java eröffnet.Dies ging einher mit einer steigenden Anzahl von Jawah-Frauen, die nach Mekka gepilgert waren.  
Im Rahmen des Projektes werden Entstehung und Funktionsweise grenzübergreifender Netzwerke religiösen Wissens unter südostasiatischen Frauen untersucht. Im Mittelpunkt steht das Leben kosmopolitischer Frauen wie Chadijah und Khoiriyah. In welchem Maße beeinflussten diese Netzwerke die Situation der Frauen in ihren Heimatländern und welche Rolle spielten sie im größeren Kontext der Verbindungen und der Zirkulation von Wissen zwischen Südostasien und Mekka? Damit trägt das Projekt zu einer neuen Perspektive in der Historiographie der Verbindung zwischen Mekka und Südostasien bei, die in der Forschung lange durch die Geschichte männlicher Protagonisten dominiert wurde.