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Globalgeschichte des Politischen Denkens an der Universität Kabul, 1964-1992

Kyara Klausmann

In den turbulenten Zeiten zwischen 1964 und 1992 war die Universität Kabul das Zentrum politischen Denkens in Afghanistan; der Ort, an dem politische Gruppen gegründet wurden und aufeinander trafen, und der Ort an dem, trotz der immer präsenten Zensur, Meinungen relativ frei geäußert werden konnten. Dieses Projekt untersucht die Entwicklung von politischem Denken während des „demokratischen Experiments“ der 1960er, der instabilen politischen Situation und dem Ende der Monarchie in den 1970er Jahren, des sowjetisch-afghanischen Krieges in den 1980er bis zum Beginn des Bürgerkriegs der Mudschaheddin in den 1990er Jahren. Es identifiziert politische Gruppen in Studierendenvereinigungen, Diskussionen und Demonstrationen, um die folgende Frage zu beantworten: Wie haben sich die jungen Eliten in Afghanistan eine positive Zukunft für ihr Land vorgestellt? Das Projekt analysiert, wie widersprüchliche Ideen von Fortschritt und Moderne sich unter den jungen Intellektuellen in der afghanischen Gesellschaft entwickelt haben und zeigt, dass diese Ideen ein konstantes Element der Konflikte dieser Zeit waren.
Die meisten historischen und politischen Analysen sehen Afghanen lediglich als Ausführende internationaler Konflikte oder als hauptsächlich von Stammesfehden und religiösem Fanatismus bewegt. Im Gegensatz dazu wählt dieses Projekt bewusst afghanische Studierende als Hauptakteure. Gleichzeitig zeigt es, wie sie sich mit Inspirationen und Vorbildern aus dem Ausland auseinandergesetzt haben: Wie beeinflussten Ideen aus den USA und Westeuropa, der Sowjetunion, China, mehrheitlich muslimischen Staaten und von national-liberalen Bewegungen die jungen Eliten in Afghanistan? Betrachtet man die Entwicklung politischen Denkens in Afghanistan von diesem Blickwinkel, erscheint ein komplexes und transnationales Netz von Ideen, das grundlegend ist, um die jüngste Geschichte Afghanistans zu verstehen.