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Developmentality in Südosteuropa: Die Evolution des Entwicklungsdiskurses in Bulgarien und der Türkei in der Verkehrsinfrastrukturdebatte (1908-1989)

Dr. Malte Fuhrmann

Das Projekt soll developmentality als spezifischen Diskurs über Fortschritt in Bulgarien und der Türkei anhand von Infrastrukturmaßnahmen untersuchen. Ausgangsthese ist, dass Verkehrsinfrastruktur einen essentiellen Bestandteil diskursiver Strategien bildete, mit denen Herrschaft in Südosteuropa seit dem 19. Jahrhundert legitimiert oder infragegestellt wurde. Durch die vergleichende Perspektive auf das Verhältnis von Infrastruktur zu Legitimation wird untersucht, ob das Erlebnis der Moderne in Bulgarien und der Türkei überwiegend durch das gemeinsame historische Erbe, durch regionale Bedingungen, durch wandelnde Ideologien oder durch Großmachteinfluss bestimmt wurde. Die innergesellschaftliche Selbsteinschätzung des Fortschrittprozesses zwischen proklamierter Rückständigkeit und evoziertem Aufbruch wird mit Schwerpunkt auf vier neuralgischen Umbruchsphasen analysiert. Die Vorgänge um die Verkehrsinfrastruktur dienen als empirische Anker, um Vorbilder sowie Ängste und ihre Abhängigkeit von historischen und politischen Determinanten herauszuarbeiten. Durch die Analyse der Kritik an und des Zuspruchs zu Infrastrukturinvestitionen erfasst die Studie Momentaufnahmen des jeweiligen Selbstbildes. Mittels einer foucaultschen Diskursanalyse angelehnt an Arlette Farge und Alf Lüdtke werden diskursive Strategien und ihnen zugrundeliegende Topoi in einem historischen Längsschnitt analysiert. Mit dem Vergleich zwischen den eng miteinander verwobenen Nachbarländern Bulgarien und der Türkei (bzw. bis 1923 das Osmanische Reich) zielt das Projekt auf ein besseres Verständnis gemeinsamer Wurzeln als auch späterer Divergenzen in der Entwicklung der developmentality in Südosteuropa ab.